Platzsuche in der Stadt

Zwischen Hoffnung und Realität
Ein Wagenplatz entsteht nicht einfach so. Bevor irgendwo ein Rad stillsteht, ein Bauwagen steht oder Gemeinschaft gelebt werden kann, braucht es erstmal: Raum. Und den zu finden – in einer Stadt wie Freiburg – ist alles andere als einfach.
Wir, die Gruppe BeWägung e.V., sind dabei, ein neues Platzprojekt zu gründen. Neben vielen Gesprächen über Lebensentwürfe, Machtverhältnisse und Alltagstauglichkeit gehört vor allem eins dazu: die konkrete Suche nach einem Platz. Klingt erstmal simpel – ist es aber nicht.
Was wir suchen – und was uns begegnet
Klar geht es um Basics: Wie groß muss die Fläche sein? Wo liegt sie? Wie ist die Anbindung? Gibt’s Wasser? Aber unterwegs merken wir: Das reicht längst nicht aus.
Wir fahren durch die Stadt und halten Ausschau nach Brachen, leerstehenden Gärtnereien, Schotterplätzen. Irgendwann entwickelt sich ein Blick dafür. Doch der Blick allein reicht nicht.
Dann beginnt die Recherche: Wem gehört das Grundstück? Privatperson? Stadt? Gibt es Bebauungspläne? Liegt das Gebiet in einem Schutzraum? Ist es eine Ausgleichsfläche für versiegelte Natur anderswo?
Manche Flächen wirken auf den ersten Blick ideal – bis wir erfahren, dass sie mit Asbest belastet sind. Oder der Boden ist schadstoffbelastet. Oder die Fläche liegt in der letzten Ecke zwischen zwei Autobahnzubringern. Nicht gerade die besten Bedingungen, wenn man mit Kindern lebt.
Zwischennutzung – wie viel Energie lohnt sich?
Auch die Frage der Dauer ist nicht ohne: Wollen wir viel Arbeit in einen Platz stecken, den wir vielleicht in fünf Jahren wieder verlassen müssen? Wie viel ist machbar, wie viel ist zumutbar?
Was uns dabei begleitet: ein ständiges Hin und Her zwischen spielerischer Hoffnung und wachsendem Frust. Zwischen dem Wunsch, endlich anzukommen, und der Realität von Flächenpolitik, Unsicherheit und vielen offenen Fragen.
Wir bleiben dran – und freuen uns über Tipps
Wir klappern weiter Grundstücke ab, führen Gespräche mit Eigentümer*innen, Ämtern und Menschen vor Ort. Und langsam – Stück für Stück – verstehen wir besser, wie Raum in Freiburg funktioniert. Wer ihn hat. Wer ihn braucht. Wer ihn nutzen darf.
Wenn ihr Tipps habt, Ideen, Kontakte oder Hinweise auf nutzbare Flächen – meldet euch gerne bei uns. Jeder Hinweis zählt.
Denn selbstverwaltetes Wohnen braucht mehr als nur gute Ideen – es braucht Raum
